Tagesgeld vs. Festgeld: Wohin mit der Rücklage?
Der Notgroschen steht, auf dem Konto sammelt sich mehr an, als du kurzfristig brauchst — und jetzt? Für Geld, das sicher bleiben soll, gibt es genau zwei seriöse Parkplätze: Tagesgeld und Festgeld. Beide sind verzinst, beide fallen unter die Einlagensicherung, und trotzdem sind sie für völlig verschiedene Jobs gebaut.
Der Unterschied in einem Satz
Tagesgeld ist täglich verfügbar, der Zins ist variabel — die Bank kann ihn jederzeit ändern. Festgeld bindet dein Geld für eine feste Laufzeit (üblich: 6 Monate bis 5 Jahre) und garantiert dafür den Zins über die gesamte Zeit — vorzeitig herankommen ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Was zahlt der Markt gerade?
Beim Tagesgeld musst du zwei Zinsen auseinanderhalten: den Lockzins für Neukunden (aktuell teils über 3 %, aber auf wenige Monate befristet) und den Bestandszins danach — der liegt je nach Bank irgendwo zwischen mager und ordentlich. Genau deshalb sortiert unser Tagesgeld-Vergleich nicht nach dem Lockzins, sondern nach dem, was nach zwölf Monaten übrig bleibt. Beim Festgeld gibt es dieses Spiel nicht: Ein Zins, eine Laufzeit, keine Überraschung — dafür auch kein Nachbessern, wenn die Zinsen steigen.
Wann was?
- Immer Tagesgeld: der Notgroschen. Der Notfall fragt nicht nach Kündigungsfristen — wie groß er sein sollte, steht hier.
- Festgeld passt, wenn Betrag und Datum feststehen: die Autoreparatur in zwei Jahren, der Eigenkapital-Baustein fürs Haus, die Steuernachzahlung. Geld mit Termin darf sich den Garantiezins sichern.
- Dazwischen: Was du „wahrscheinlich, aber nicht sicher“ brauchst, bleibt auf dem Tagesgeld — die Zinsdifferenz ist der Preis für die Flexibilität, und der ist meist kleiner, als er wirkt. Rechne es mit dem Festgeldrechner und dem Tagesgeldrechner einfach nach.
Tagesgeld kauft Flexibilität, Festgeld kauft Planbarkeit. Die Frage ist nie, was „besser“ ist — sondern welchen Job dein Geld gerade hat.
Die Zinstreppe: Festgeld ohne Klumpen
Wer einen größeren Betrag festlegen will, ohne alles auf eine Laufzeit zu setzen, baut eine Treppe: den Betrag dritteln und für 1, 2 und 3 Jahre anlegen. Jedes Jahr wird eine Stufe frei — du kannst zum dann aktuellen Zins neu anlegen oder das Geld nutzen. Das glättet das Zinsänderungsrisiko in beide Richtungen und hält jährlich Liquidität frei.
Worauf du bei beiden achten solltest
- Einlagensicherung: Gesetzlich sind 100.000 € pro Kunde und Bank in der EU geschützt. Entscheidend ist das Sicherungsland — bei ausländischen Banken zahlst du im Entschädigungsfall über deren nationales System. Mehr als 100.000 € pro Bank? Aufteilen.
- Zinsgutschrift: monatlich schlägt jährlich — gutgeschriebene Zinsen verzinsen sich mit (warum das zählt).
- Steuern: Zinsen sind Kapitalerträge. Bis 1.000 € pro Person bleibt dank Sparer-Pauschbetrag alles steuerfrei — Freistellungsauftrag nicht vergessen (so nutzt du ihn optimal).
- Beim Festgeld: auf automatische Wiederanlage achten. Viele Banken verlängern still zu deutlich schlechteren Konditionen, wenn du nicht rechtzeitig kündigst — Kalendereintrag setzen.
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Orientierungswerte, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Beispielrechnungen beruhen auf Modellannahmen (Methodik).